Mein erstes Sci-Fi Buch: Mission im All von Steven Caldwell

Mein erstes Science Fiction Buch bekam ich zu meinem 9. Geburtstag von meinem Vater. Zu dem Zeitpunkt lebte ich noch in Polen, damals eine Diktatur in einer Wirtschaftskrise sondergleichen begriffen.

Es gab nichts zu kaufen in den Läden und ich frage mich noch heute wo wir das Essen etc. her hatten. Jedenfalls schenkte mir mein Vater Mission im All von Steven Caldwell. Ich konnte zwar kein Deutsch, aber

das Buch glänzte mit einer großen Menge an äußerst beeindruckenden Sci-Fi Illustrationen.

Es glänzte im wörtlichen Sinne denn es ist auf Glanzpapier gedruckt. Allein das war damals ein Kulturschock, denn im „kommunistischen“ Polen war Papier an sich schon Mangelware und wurde staatlich kontrolliert bzw. an Regime-treue Verlage zugeteilt.

Polen war natürlich genauso kommunistisch wie die DDR „demokratisch“ war. Vom Wirtschaftssystem war es astreiner Staatskapitalismus so wie er derzeit im Zuge der ganzen Finanz- und Bankenkrisen wieder teils eingeführt wird. Lange Rede, kurzer Sinn,

das Buch hat mich damals schlicht umgehauen, auch wenn ich kein Wort verstand.

Ich sollte erst 2 Jahre später deutsch lernen, bereits in Berlin.

Die Illustrationen stammen vor Allem von Peter Elson, der inzwischen nicht mehr unter uns weilt, aber auch Jim Burns und etlichen anderen Illustratoren der analogen Epoche. Damals sahen die Sci-Fi Bilder noch nicht so eintönig aus wie heutzutage wo vor Allem eine düstere und kriegerische Atmosphäre wichtig zu sein scheint.

Viele helle Farben wie gelb oder rot beherrschten das Schaffen dieser Generation von Künstlern.

Computer-Programme wie Photoshop sind längst nicht nur ein Segen. Sie führen meines Erachtens dazu, dass die Kreativität versickert. Stattdessen verlassen sich jüngere Kunstschaffende eher auf technische Möglichkeiten. So gleichen sich viele dieser modernen Bilder nicht nur sondern sie langweilen mit ihrer Konventionalität.

Vom Text her ist Mission im All nur für Kinder gut geeignet.

Die Kurzgeschichte, denn für einen Roman ist sie zu kurz, ist ziemlich oberflächlich und eindimensional, die Charaktere bleiben nur angerissen. Trotzdem lohnt es sich das Buch zu besorgen allein aufgrund der wertvollen Illustrationen.

Bei den einschlägigen Diensten gibt es Mission im All teils für um die 2 Euro zu haben.

Dabei ist mein Exemplar nach fast 30 Jahren immer noch so gut wie neuwertig denn das Glanzpapier ist nicht vergilbt und das Hardcover weiterhin standfest. Eile ist aber angesagt. Seit ich das Buch erstmals im SF-Netzwerk erwähnte ist ein Exemplar weniger zu haben und eins ist schon ganz teuer.