Inception Kritik

Inception Plakat von Tomasz Opasinski das die einzig wirklich surreale Szene zeigt.

 

Review vs Kritik

Wenn ich normalerweise Filme bespreche dann wähle ich zumeist die Form des Review. Doch bei Inception, dem wohl größten Hype der letzten Jahre ist mal wirklich das Wort Kritik angebracht. Denn wie eine Kritik es so an sich hat, fällt sie kritisch bzw. negativ aus.

Inception ist nicht nur ein schlechter Film, er scheitert auf so vielfältige weise, dass es vielleicht zunächst nötig ist die wenigen Aspekte herauszustellen die ihn erträglich machen.

Die Idee ist originell und das Thema Psychologie bzw. die Einflussname auf Träume, der Begriff „Traumfabrik“ liegt da auch nahe, ist bemerkenswert.

 

James Bond im Traum

Es gibt tatsächlich auch eine Zielgruppe die den Streifen gut finden dürfte: Action-Geballer Fans. Bei Inception wird munter drauflos aus allen Rohren geschossen wie bei James Bond und ebenso sieht der Film stellenweise auch aus.

Die Bösen fallen Reihenweise um wie es sich für Statisten gehört und da es nur Traumfiguren sind, plagt den Zuschauer das schlechte Gewissen nicht, dass hier Menschen am laufenden Band abgeknallt werden.

Überhaupt ist es mal wieder ein Missbrauch des Genres Science Fiction dazu das wahllose Töten zu glorifizieren.

Die schwülstige Musik, die oberflächlichen Helden denen keine/r ein wenig Charakter hat, außer vielleicht die Studentin die als Architektin der Träume einspringen muss (Ellen Page), und dem Film eine Note Intelligenz und Menschlichkeit verleiht.

 

DiCaprio ist fehlbesetzt

Leonardo DiCaprio agiert steif und wenig nachvollziehbar. Seine Gefühle bleiben kalt. Selbst bei Titanic spielte er eindringlicher. Kein Vergleich zu seiner Schauspielkunst aus Jim Carrol etwa wo er Blut und Schweiß investierte.

Bei Inception fragte ich mich die ganze Zeit warum gerade DiCaprio eigentlich die Hauptrolle spielt. Wahrscheinlich nur um einen Titanic-Effekt an den Kassen zu provozieren.

Doch selbst die schöne Liebesgeschichte will nicht gelingen. Seine Frau ist verflossen und verfolgt ihn nun in seinen Träumen wie ein Gespenst wohingegen die süße Architektin gar nicht erst in seine Nähe gelangt.

 

Puritanische Logik

Das sollen Träume sein? Sexualität ist aus dieses Träumen völlig verbannt. Stattdessen gibt es sinnlose Gewalt auf allen Ebenen. Entweder mit den Fäusten oder den Maschinengewehren. Die in Hollywood vorgeschriebene Verfolgungsjagd darf auch nicht fehlen.

  • Die Action
  • das platte Gefühlsleben
  • die sterile Story

wären noch erträglich wenn sie nicht so spießig und unrealistisch wären. Der Protagonist handelt den ganzen Film lang nur deswegen weil er zu seinen Kindern zurück in die USA will.

Zurück kann er nur dann ohne verhaftet zu werden wenn ein japanischer Öl-Magnat einen Anruf tätigt und seine Connections spielen lässt. Dabei wissen wir doch nicht zuletzt seit Polanski und Assange, dass ein Verbrecher gern auch aus dem Ausland ausgeliefert wird.

Das wäre noch halbwegs logisch aber dann die Nerds die plötzlich im Traum anfangen zu kämpfen wie ein Spezialkommando?

Was in Matrix wenigstens noch erklärt wurde ist bei Inception einfach so. Das Warum wird ignoriert.

Die pathetische Musik, die vielen Schnitte die Komplexität vortäuschen sollen wo keine ist und die einfallslose Gestaltung der Träume, die fast völlig wie im echten Leben dargestellt werden, machen Inception sehr ermüdend.

Die wenigen surrealen Einfälle spielen eigentlich keine Rolle. Dabei wäre es viel interessanter die mehrdimensionalen Städte zu entdecken die die Architektin einmal zum Test aufbaut.

 

Fehlschlag ohne Ende

Das Ende fällt zudem enttäuschend zweideutig aus womit sich die Crew die Option für den zweiten Teil offen halten kann. Hoffen wir aber, dass es diesen nicht mehr gibt, denn der erste Teil hat aus einem fulminanten Stoff ein drittklassiges „Schieß mich tot und ich steh auf“-Märchen werden lassen.

Wer dagegen bei Moviepilot und Konsorten nach einer Inception Kritik sucht, findet lauter Lobhudelei von Leuten die ganz offensichtlich noch schlechtere Filme gewöhnt sind. Als Science Fiction Film ist das allerdings untere Schublade. Die SF-Elemente sind wie gesagt nur Staffage.

Ein pathetischer und bombastischer Fehlschlag für Regisseur Christopher Nolan.