Welt der Chaoten von Joseph Green

Welt der Chaoten

Welt der Chaoten ist ein wunderbarer Titel für einen Zukunftsroman der inzwischen unsere eigene Welt gut widerspiegelt. Zudem transportiert er die ganzen Vorurteile die auch wir mit uns tragen. Das Buch von Joseph Green stammt im Original von 1965 und ist damit in vielerlei Hinsicht prophetisch.

Die Zukunft auf dem völlig überbevölkerten Planeten Erde ist von Enge, Sinnlosigkeit, Langeweile und schweren Unruhen gekennzeichnet.

Für diejenigen die nicht völlig aufgegeben haben oder abgestumpft sind bleibt nur noch eine Hoffnung: Übersiedlung auf einen der kolonisierten Planeten die dazu dienen die Erde mit Nahrung zu versorgen nachdem die Umwel letztlich komplett aus den Fugen geraten ist.

Die Kolonisten können nur unter kargen Bedingungen leben und selbst der Weg zu den neuen Welten ist kein Urlaub.

Nichtsdestotrotz entschließen sich manche freiwillig den Planeten zu verlassen während andere eher dorthin verbannt werden. Einer der Planeten die schon frühzeitig besiedelt wurden heißt – Nomen est Omen – Asylia und wird von humanoiden Einheimischen besiedelt. Diese Menschen ähneln uns zwar sehr, bis auf eine Art Fell das sie schützt. In einem unterscheiden sich die „Chaoten“ wie abschätzig genannt werden aber deutlich: Sie haben starke mentale Fähigkeiten und sie leben im Einklang mit der Natur mit Hilfe dieser.

Rassismus und Vorurteile verhindern eine Integration der beiden Spezies bis die Kinder einer der ersten Familien die in der Kolonie ankamen sich dazu berufen fühlen von den Einheimischen „Gamla“ die Fähigkeiten zu lernen die diesen erlaubt mit Tieren oder gar Pflanzen zu kommunizieren.

Es gelingt und dies sowie weitere Komplikationen ermöglichen einen weiteren enormen Entwicklungsschritt der Gamla. Doch nicht alle können sich den zweifelhaften Segen der Zivilisation entziehen.

So zeigt Joseph Green zwei Wege auf in die Entwicklung voranschreiten kann.

Die Ausweitung des Lebensraums und die Technologie steht einer Hinwendung nach Innen gegenüber um die Stärke die in uns schlummert zu wecken.

  • Welcher Fortschritt wird sich durchsetzen?
  • Ist eine Kombination möglich?
  • Können wir neue Welten besiedeln ohne sie ebenfalls zu zerstören?

Das einzige was mich am Roman von Green gestört hat, der Science Fiction nur als Vehikel einer reise nach innen nutzt, war die Kürze. Die Geschichte wird spannend erzählt und wir fiebern mit den jungen Protagonisten mit, selbst mit den Bäumen können wir uns identifizieren. Doch dann geschehene plötzlich große Sprünge und die Entwicklung der Individuen wird vernachlässigt. Etwas mehr Detail hätte der Geschichte gut getan.

Welt der Chaoten ist eine positive Utopie die uns eine Zukunft anbietet die erstrebenswert sein könnte.

Wir entscheiden darüber. Das Buch gibt es inzwischen auch im Netz für ein Paar Euro zu kaufen. Die ca. 2 bis 3€ plus Versand lohnen sich auf jeden Fall für die 120 Seiten. Aus der Serie Ullstein 2000 scheint es übrigens eine Reihe weiterer viel versprechender Titel zu geben.